„Das ist doch im Internet…“ – Eine Information

Verfasst am 29. September 2014 von Thorben Heks.

Liebe Paare, Eltern, Vereine und Tanzsportbegeisterte,

die Meisterschaften sind fast alle vorbei und was gibt es schöneres als die ganzen schönen Fotos der Fotografen, die auf den Veranstaltungen waren, von sich, den eigenen Kindern und Paaren gemacht wurden, stolz auf der Vereinshomepage oder auf der eigenen Facebookseite zu präsentieren? Es ist die perfekte Möglichkeit unseren schönen Sport nach außen hin zu tragen, ihn ins Rampenlicht zu stellen. Jedoch gibt es dabei einen kleinen Haken – der nennt sich Urheberrecht. Im Folgenden ein paar Informationen, die einen vor etwaigen Unterlassungs- oder gar Schadensersatzansprüchen bewahren kann.

Diese Informationen sollen einen groben Überblick darüber verschaffen, was man machen kann und was man eher nicht machen sollte.

In Zeiten moderner Medien, vor allem Facebook und anderen sozialen Medien, verbreiten sich Informationen und auch Bilder in Windeseile. Die Siegerehrung ist noch nicht ganz vorbei, da geistern bereits die Finalergebnisse samt Handyfoto in den diversen Gruppen. Ein paar Tage später folgt der offizielle kurze Bericht auf der Homepage des TNW mit ein, zwei Fotos und noch etwas später präsentieren die Fotografen ihre Fotos (die Fotografen von denen hier gesprochen wird, sind offiziell akkreditierte Fotografen oder die Fotografen, die eine bestimmbare Nähe zum Verein aufweisen. Diese müssen nicht zwingend Berufsfotografen sein und Geld mit ihren Bildern verdienen!).

Egal, wo der Fotograf seine Bilder zur Schau stellt, sei es die eigene Homepage oder Facebook (hier jedoch auch Sonderfall), bedeutet das nicht, dass jeder mit dem Bild machen kann, was er möchte! Dies gilt auch, wenn man selber auf dem Bild zu sehen ist. Hier spielt der rechtliche Terminus „Recht am eigenen Bild“ zwar eine Rolle, dass ändert jedoch nichts daran, dass das Urheber- und Nutzungsrecht zunächst einmal nur beim Fotografen liegt. Das Herunterladen der Bilder auf den heimischen PC stellt grundsätzlich kein Problem dar. Was man in seinen vier Wänden macht, ist mal salopp ausgedrückt ziemlich egal. Rechtlich relevant wird es in dem Moment, in dem dieses heruntergeladene Foto ohne das ausdrückliche Einverständnis des Urhebers (Fotograf) auf die Vereinshomepage oder Facebook geladen wird. In diesem Moment verletzt man die Rechte des Fotografen und dieser hat dann unter Umständen Unterlassungs-, Beseitigungs– und Schadensersatzansprüche.

Der einfachste Weg sich vor solchen Ansprüchen zu bewahren, ist den Fotografen anzuschreiben und zu fragen, ob eine Nutzung gestattet wird. Dies kann gegen Entgelt erfolgen – muss aber nicht. Im Idealfall geschieht dies nicht am Telefon, sondern schriftlich (ggf. sogar ein Nutzungsrechtevertrag).

Eine andere Möglichkeit, zumindest für die Nutzer von Facebook ist die implementierte „Teilen“-Funktion. Mittels dieser können auf Facebook öffentlich präsentierte Inhalte legal auf der eigenen Vereinsseite präsentiert werden. Damit muss sich auch der Fotograf, der sein Bild öffentlich zur Schau stellt abfinden, da er beim Hochladen der Bilder den Nutzungsbedingungen von Facebook zugestimmt hat.

Für den privaten Nutzen besteht sogar die Möglichkeit, ein öffentliches Foto auf dem man selber zu sehen ist und markiert wurde, als Profilbild zu verwenden. Dabei bietet Facebook von Haus aus die Möglichkeit der Beschneidung des Bildes an, sodass auch nur gewisse Teile eines Fotos benutzt werden können und so auch ggf. das Wasserzeichen des Fotografen auf dem Bild in der Ecke entfernt wird. Über diesen Vorgang wird der Fotograf in keinster Weise informiert! Darüber sollte sich jeder im klaren sein, der öffentlich Fotos auf Facebook anbietet! Nach deutschem Recht ist das nicht gerade unbedingt „chic“, jedoch hat man eben den „Spielregeln“ von Facebook zugestimmt – und dann geht das erstmal.

Immer häufiger findet man auch Fotos zum Beispiel bei Tumblr oder Instagram, die sogar noch mit den Wasserzeichen der Fotografen von anderen als den Fotografen dort hochgeladen werden. Sofern kein Einverständnis besteht, verletzt man dadurch die Rechte des Fotografen und läuft Gefahr eines zivilrechtlichen Anspruchs. Eine Nennung des Fotografen ist zwar nett und ein Fotograf kann dann noch einmal das Auge zu drücken – müsste er aber nicht!

Also liebe Paare, Eltern, Vereinsfunktionäre und Interessierte – macht euch schlau, wer wie welche Inhalte nutzt! Viele Fotografen klagen immer häufiger über diesen „Bilderklau“ und wir wollen doch alle nicht, dass sich diese von uns abwenden und wir keine schönen Fotos mehr von uns auf der Fläche haben.