Europa tanzt inklusiv in Münster

Verfasst am 8. November 2018 von Juliane Pladek-Stille.

Tanzen als internationale, universelle Sprache

„Dancing is an international language, everybody can dance“ – dieses Fazit schrieben die Teilnehmer der internationalen Tanzbegegnung aus den Niederlanden, Polen und Deutschland auf das Flipchart im Stadtweinhaus von Münster.  „Europa tanzt inklusiv“ wurde initiiert und ausgerichtet vom Tanzsportverein Die Residenz Münster e.V. und dem Büro Internationales der Stadt Münster.

Schüler mit mentalem Handicap aus Polen und Deutschland, holländische und deutsche Rollstuhltanzpaare und Tanzbegeisterte ohne Handicap – alle verbindet die Leidenschaft für den Tanz. So stellten sich gleich beim ersten Treffen im Tanzsportzentrum Die Residenz Münster e.V. alle Gruppen tänzerisch vor. Alle übten gemeinsam einen Flashmobtanz und flashten mit vielen weiteren Mittänzern später damit die Innenstadt von Münster. Nach dem Empfang im Festsaal des Stadtweinhauses tauschten die Teilnehmer mehrsprachig  in Workshops  Erfahrungen aus und stellten Schritte und Wünsche auf dem Weg zur Inklusion in Europa  zusammen.

Ganz im Zeichen des Tanzsports stand der zweite Tag der Begegnung. Herr Dr. Reinink eröffnete in Vertretung der Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, Andrea Milz, die inklusiven Tanzwettbewerbe. Schnell eroberten die Tanzpaare mit mentalem Handicap die Fläche, darunter auch acht polnische Paare. Sie zeigten ihre Tänze moderiert und angefeuert von Udo Dumbeck, Vorsitzender von Tanzen Inklusiv in Nordrhein-Westfalen, der für die weiteren Turniere das Mikrofon an Juliane Pladek-Stille übergab.

Die „Fußgänger“-Breitensportpaare gingen in zwei Altersgruppen in den Standardtänzen Langsamer Walzer, Tango und Quickstep an den Start, während für die „Rolli“-Breitensportpaare zwei Standardtänze und zwei lateinamerikanische Tänze vorgeschrieben waren. Auch hier gab es zwei Gruppen: Bei den Duo-Paaren tanzen zwei Rollstuhltänzer zusammen, während im Kombi-Wettbewerb Paare aus „Fußgänger“ und „Rolli“ zusammengestellt sind.

Das Pendant zu den Turnierpaaren ohne Handicap sind die Rollstuhltanzpaare der Leistungsklasse oder High Class. Duo- und Kombipaare tanzen hier die fünf Standard- oder Lateinamerikanischen Tänze. Die Klassifizierung in LWD 1 (Level Wheelchair Dancing) und LWD 2 berücksichtigt das individuelle Handicap.

In der Turnierklasse Latein ließ sich ein Paar selbst durch einen Motorschaden nicht ausbremsen, sondern  bat um etwas Aufschub und organisierte die Weiterfahrt nach Münster mit einem Leihwagen. Viele Paare – auch aus den Niederlanden – sind bereits „Stammgäste“ in Münster. Ihre Fans sorgten mit lautem Applaus und begeisterten Anfeuerungsrufen  für eine besondere Wettkampf- Atmosphäre: Ob am Parkettrand oder auf der Fläche, die  Stimmung war hervorragend.

Beim Cha-Cha-Cha-Cup gingen schließlich Paare mit mentalem Handicap, Breitensportpaare und Rollstuhltanzpaare aus den Duo- und Kombigruppen ganz inklusiv gemeinsam auf die Fläche.

Zum Abschluss trafen sich Teilnehmer und Gäste zu einem Squaredance und tanzten noch einmal gemeinsam den Flashmobtanz.

Bei der Siegerehrung traten die erreichten Platzierungen fast in den Hintergrund, denn gewonnen haben in dieser barrierefreien, grenzübergreifenden Begegnung alle – so wie es ein Teilnehmer am Vortag als Wunsch ausgedrückt hatte: „More days like this“.

Ergebisse:

Ergebnisse Europa Tanzt Inklusiv 03 11 18