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(c) Andreas Hofmann

Saisonauftakt 1. Bundesliga JMD

Verfasst am 14. März 2017 von Jana-Maria Ollig.

JMD

Gold und Silber in fester Hand, Bronze für Newcomer

Einen geglückten Saisonauftakt der 1. Bundesliga JMD bescherte am vergangenen Samstagnachmittag der Tanzclub Grün-Weiß Schermbeck 1990 e.V. seinen aus ganz Deutschland angereisten Gästen. Insgesamt zehn Formationen machten es mit ihren Darbietungen dem Wertungsgericht nicht leicht; Mit der zu erwartenden Zwischenrunde streckte sich das Turnier bis in die Abendstunden. Das Team rund um Turnierleiter Marcell Belles-Zimprich sorgte jedoch jederzeit für einen eingehaltenen Zeitplan, sodass keine Langeweile aufkam. War der Applaus noch am Anfang etwas verhalten, so weckten die Tänzerinnen und Tänzer das Publikum schnell aus seinem Dornröschenschlaf und es wurde gejubelt was das Zeug hält!

Mit im Starterfeld auch die zwei TNW-Formationen The Dancing Rebels (Schermbeck) sowie die jahrelangen Anwärter auf Rang zwei ARABESQUE (Wuppertal).

Die Schermbecker hatten noch vor der Saison mit einigen Umstrukturierungen zu kämpfen, die das Training verzögerten: Ob der Platz im Mittelfeld der letzten Jahre gehalten werden könne, war noch zu Beginn des Tages ungewiss.

Ihre Darbietung auf ein Opernstück war bewusst überspitzt. „Wir wollten den Kontrast zwischen privat und öffentlich, Menschlichkeit und Dekadenz der high society demonstrieren“, berichtete Rebels-Coach José Sánchez. Zwar reichte es nur für die Zwischenrunde und einen sechsten Platz, unter den gegebenen Umständen sind jedoch alle mehr als zufrieden mit dem ersten Saisonergebnis.

Das Ticket der Finalrunde erkämpften sich fünf Formationen, denen die Anstrengung bis dato bereits ins Gesicht geschrieben stand. Dance Works (Ludwigsburg), J.E.T. (Goslar) und La Nouvelle Experience (Hamburg) zogen mit den ‚üblichen Verdächtigen’ ARABESQUE (Wuppertal) und autres choses (Saarlouis) ins Finale.

Noch einmal wurde die Leistung jedes Einzelnen auf die Minute genau abgerufen, das Publikum quittierte die Abschlusspräsentationen mit tosendem Applaus. Kurz danach wurde es jedoch sehr schnell still und die fünfköpfige Jury zückte die Karten zur offenen Wertung.

Fünfmal die eins für autres choses (Saarlouis) bedeutete den unangefochtenen Sieg und bestätigte, was zu erwarten war. Aber auch die WM-fünften haderten im Vorfeld mit Schwierigkeiten, wie Sebastian Spahn in der Doppelrolle als Trainer von autres choses und TNW-Landestrainer nach dem Turnier erklärte: Krankheiten zehrten an der Kondition, zuletzt musste die Choreographie noch einmal umgestellt werden. „In der Liga gab es dieses Jahr viele Veränderungen, man wusste nicht woran man ist. Aber wir haben eine Nische getroffen, sie es so noch nicht gab“. Mit der „Nische“ war ihr ironisches Thema gemeint; ’I hate dancing’ kann wohl keiner der Tänzerinnen und Tänzer im wahren Leben bestätigen.

Zwar unterschieden sich bei den weiteren offenen Wertungen die zugeteilten Plätze gering, das Majoritätsprinzip sprach dennoch ARABESQUE (Wuppertal) den verdienten zweiten Platz zu! Es sei ein anstrengender, aber schöner Tag mit vielen unterschiedlichen Eindrücken gewesen. Da sich diese Saison jeder in der Choreographie rundum wohlfühle, sei auch das Durchhaltevermögen ein anderes gewesen, berichtete Tänzerin Anna Marquard. Auch der große Fanblock auf der Tribüne gab sein Bestes und spornte das Team zu Höchstleistungen an.

Die Überraschung des Tages gelang jedoch einem Newcomer! La Nouvelle Experience (Hamburg) belegte gleich bei ihrem Debüt in der 1. Bundesliga den dritten Platz, ihre Freudentränen waren kaum zu halten. Zuvor schlugen die Hamburger ernstere Töne an. Ihre Message war vom ersten Durchgang an klar zu deuten: Hinterfrage, was Dir vorgesetzt wird, schaue hinter die Mauern. Der Direktaufsteiger der 2. Bundesliga Nord-Ost/West in 2016 mauserte sich in den vergangenen Jahren von einer Landesligaformation zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten in Deutschlands höchster Liga. Im wahrsten Sinne von Null auf Hundert – die Formation arbeite aber noch weiterhin daran „noch besser zu werden“, wie Vorstandsmitglied Enrico Tschöpel verlauten ließ.

Beim feierlichen Abschluss des Turniertages feierten sich alle Formationen noch ein weiteres Mal vor ausverkaufter Tribüne. Natürlich verbarg sich hinter manchem Lächeln auch die ein oder andere Enttäuschung, wie das im Leistungssport leider so ist. Aus Sicht des TNW mit seinen zwei Formationen endete jedoch ein erfolgreicher Tag, der Hoffnung und Neugierde auf das zweite Turnier Ende April in Großostheim (Bayern) schürt!

„Klein aber fein!“ lautete auch das Resümee der Drittplatzierten zur Veranstaltungsstätte samt liebevoller Organisation des ansässigen Vereins. Wie viele andere Formationen traten sie noch am späten Abend ihren langen Heimweg an. Auch seitens des TNW geht hiermit ein herzliches Dankeschön an die Ausrichter für den gelungenen Saisonauftakt 2017!

Die Ergebnistabelle der 1. Bundesliga JMD ist unter folgendem Link zu erreichen.

Foto: (c) Andreas Hofmann



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