Am ersten September-Samstag begrüßte der TSC Grün-Weiß Aquisgrana Aachen die Standard-Solotänzer*innen der Hauptgruppe bis zu den Senioren IV und die Standardpaare der Hauptgruppe II zu ihren diesjährigen TNW-Landesmeisterschaften. Um 11 Uhr morgens starteten die ersten Tänzer*innen auf dem frisch renovierten Parkett im Clubheim auf dem Laurensberg und es wurde ein langer Turniertag. Von 13 ausgeschriebenen Soloturnieren (DTV-offen) konnten 10 durchgeführt werden, zu 2025 waren diesmal ein Viertel weniger Tänzer*innen am Start – bei den fünf Hauptgruppe II-Meisterschaften sind dagegen diesmal mehr Paare an den Start gegangen.
Begonnen wurde mit den Solos, die in der Standardsektion seit ihrer Einführung (und auch diesmal) zu intensiven Diskussionen führen. Sobald man den Tänzer*innen fasziniert zusieht, entwickeln sich unterschiedlichste Fragestellungen: Funktioniert das Standardtanzen überhaupt, wenn ich eine Haltung mit einem imaginären Partner einnehme, der aber gar nicht vorhanden ist und mich unterstützen kann? Ist so überhaupt eine klare Balance in „Paar-Haltung“ möglich, vor allem für die Solo-Damen? Wie soll ich es als Wertungsrichter bewerten, wenn einige SolotänzerInnen ihre „starre“ Haltung zugunsten einer dynamischen Armbewegung auflösen? Und dadurch natürlich auch Bewegungsmuster in Figuren neu entwickelt werden? Kann ich als Solist*in nicht auch Bewegungsmuster der beiden Geschlechterrollen mischen? Kleider mit Schleier oder fliegenden Accessoires und Fräcke mit fliegenden Schössen bei den Herren, sind sie eher hinderlich oder unterstützend für die Solos? Können Figuren, die für das Paartanzen entwickelt wurden, wirklich im Solotanz funktionieren – in einem Throwaway-Oversway wird die Dame vom Herrn präsentiert, wie kann das für ein Solo passen?
Es war sehr interessant zu hören, wie doch sehr unterschiedliche Meinungen zu diesen und vielen weiteren Themenfeldern geäußert wurden. Interessant war ebenfalls die Frage, warum Tänzer*innen Solo tanzen? Bei Damen ist es wohl häufig die Hoffnung, sich auf Turnieren potenziellen Tanzpartnern mit ihrem Können zu zeigen, um möglicherweise einen Tanzpartner zu finden. Bei den Herren ist es dafür häufiger die Freude am Tanzen und eine zusätzliche Möglichkeit Erfolg zu haben. Dazu passt die Aussage einer Mittänzerin an diesem Meisterschaftstag besonders (sie wurde zweite in ihrem Turnier): „Es hat vor allem großen Spaß gemacht hier zu tanzen!“
Das Niveau bei allen durchgeführten Meisterschaften war durchaus ansprechend. Einige Klassen konnten dank angereister Starter aus anderen Landesverbänden erst durchgeführt werden, so waren Kombinationen mit sehr großen Leistungsunterschieden vermeidbar.
Solos Hauptgruppe D Standard

1. Melina Schulz, TSC Blau-Gold-Rondo Bonn (Platzziffer 4)
2. Amelie Szczerba, TSA Phoenix d. SV Greven 2021 (8)
3. Dustin Uecker, Grün-Gold TTC Herford (12)
Solos Hauptgruppe C Standard

1. Simon Markvart, TTC Rot-Gold Köln (5)
2. Skylar Otte, Bielefelder TC Metropol (10)
3. Melina Schulz, TSC Blau-Gold-Rondo Bonn (15)
4. Vanessa Boehme, Bielefelder TC Metropol (20)
5. Sophie Nadan, TSA Phoenix d. SV Greven 2021 (25)
Solos Hauptgruppe B Standard

1. Henry Lah, Tanzsportfreunde Essen (5)
2. Yaroslava Sereda, TC Blau-Gold Solingen (11)
3. Simon Markvart, TTC Rot-Gold Köln (14)
4. Rodion Lange, TD Tanzsportclub Düsseldorf Rot-Weiß (20)
Solos Senioren I C Standard

1. Kristin Kliemt, Schwarz-Silber, Frankfurt (5)
2. Sarah Isabell Klusmann, Grün-Gold TTC Herford (10)
Solos Senioren I B Standard

1. Kristin Kliemt, Schwarz-Silber, Frankfurt (5)
2. Anja Schemmel, Tanzsportclub Balance Berlin (10)
Solos Senioren I A Standard

1. Johannes Holten, TSC Schwarz-Gelb Aachen (5)
2. Dr. Stefan Dietrich, TSC Grün-Weiß Aquisgrana Aachen (10)
Solos Senioren I S Standard

1. Johannes Holten, TSC Schwarz-Gelb Aachen (5)
2. Karin Christa, TSC Brühl im BTV 1879 (10)
3. Marianna Margolina, SV Saar 05 Tanzsport, Saarbrücken (15)
Solos Senioren II BAS Standard

1. Karin Christa, TSC Brühl im BTV 1879 (5)
2. Uwe Schieren, TD Tanzsportclub Düsseldorf Rot-Weiß (10)
3. Marianna Margolina, SV Saar 05 Tanzsport, Saarbrücken (15)
4. Katrin Bolsinger, Schwarz-Silber, Frankfurt (22)
5. Anja Schemmel, Tanzsportclub Balance Berlin (23)
Solos Senioren III BAS Standard

1. Stephan Frank, TC Rot-Weiss Casino Mainz (6)
2. Uwe Schieren, TD Tanzsportclub Düsseldorf Rot-Weiß (9)
3. Katrin Bolsinger, Schwarz-Silber, Frankfurt (15)
4. Klaus Stieglbauer, TSC Unterschleißheim (21)
5. Monika Müller, TSC Ems-Casino Blau-Gold Greven (24)
Solos Senioren IV BAS Standard

1. Armin Scholz-Behlau, TSG Leverkusen (5)
2. Klaus Stieglbauer, TSC Unterschleißheim (10)
Nach dem letzten Solo-Turnier konnten dann die Paare der Hauptgruppe II das Parkett erobern. Sechs Paare starteten in der D-Klasse für eine Sichtungsrunde und das Finale. Dabei setzten sich zwei Paare klar vom Feld ab, die in einer äußerst knappen Entscheidung den Titel unter sich ausmachten. Es waren wohl Feinheiten, die dabei den Ausschlag für das eine oder das andere Paar geben, denn beide Paare zeigten eine für die D-Klasse sehr ansprechende Bewegungsqualität.
Hauptgruppe II D Standard

1. Andreas Hennings/Christina Heinrich, STC Düsseldorf (5,5)
2. Manuel Gäfgen/Lucy Höltgen, casino blau-gelb essen (6,5)
3. Lucas Heimann/Rabea Mogilka, T.T.C. Rot-Weiß-Silber Bochum (12)
4. Christoph Jansen/Sonja Lilith Meyer, TSG Quirinus Neuss (17)
5. Kilian Nickel/Esther Moos, TSC Blau-Gold-Rondo Bonn (20)
6. Christian Hochhalter/Marianne Pooth, TSA d. TSV Bocholt v. 1867/1896 (23)
Die zwei Top-Paare aus der D-Klasse mischten anschließend auch noch in der C-Meisterschaft mit und erreichten bei zehn gestarteten Paaren ihr nächstes Finale. Dort setzten sich wiederum zwei Paare klar an die Spitze. Auch diese Meisterschaft wurde nur mit einer Platzziffer Differenz entschieden. Auch diese beiden Paare wurden nicht nur mit dem Meister- und Vizemeister-Titel belohnt, sie konnten sich zudem über den Aufstieg in die B-Klasse freuen. Und die D-Meister erreichten mit ihrem sauberen Tanzen in der C-Klasse den Bronzerang.
Hauptgruppe II C Standard

1. Gregor Kobsik/Lisa Eßmajor, TSC Schwarz-Gelb Aachen (7)
2. Amadeus Weber/Tabea Großkurth, Bielefelder TC Metropol (8)
3. Andreas Hennings/Christina Heinrich, STC Düsseldorf (20)
4. Vincent Dalla Vecchia/Alina Hagenau, TSG Quirinus Neuss (22)
5. Manuel Gäfgen/Lucy Höltgen, casino blau-gelb essen (24)
6. Lars Matzer/Liana Tilch, Die Residenz Münster (24)
Somit startete die B-Klasse mit sechs Paaren in ihre Meisterschaft. Mit einer klaren Mehrheit der ersten Plätze konnten sich Jörg Ackermann/Laura Dahlberg in diesem Turnier zu Recht durchsetzen. Den in der B-Klasse häufig sichtbaren Problemen mit neuen Schritten und Figuren, konnten die beiden Kölner klares und aufgeräumtes Tanzen entgegensetzen. Nach der Siegerehrung sagten die beiden: „Wir sind heute ohne große Erwartungen nach Aachen gefahren, obwohl wir vorher bei großen Turnieren schon vorne lagen. Nun sind wir total überrascht von diesem Ergebnis und glücklich den Titel mit nach Hause nehmen zu können.“
Zudem sind beide in die A-Klasse aufgestiegen.
Hauptgruppe II B Standard

1. Jörg Ackermann/Laura Dahlberg, TTC Rot-Gold Köln (5)
2. Alexander Zurhelle/Susanne Kurz, TTC Rot-Gold Köln (11)
3. Ole Wallenfels/Jana Kruschinski, Tanzsportclub Dortmund (17)
4. Gregor Kobsik/Lisa Eßmajor, TSC Schwarz-Gelb Aachen (19)
5. Amadeus Weber/Tabea Großkurth, Bielefelder TC Metropol (23)
6. Peter Unrau/Hanna Pulpanek, TSA Phoenix d. SV Greven 2021 (30)
Die Hauptgruppe II A präsentierte sich in einer Vorrunde mit sieben Paaren, da die B-Sieger mittanzten. Fürs Finale waren die A-Paare dann wieder unter sich, da setzte sich die Erfahrung von bereits vielen absolvierten A-Turnieren durch. Diese Erfahrung machte sich auch im Ergebnis des Turniers bemerkbar. Anfänglich mit großer Anspannung auf dem Parkett, konnten die Paare die Meisterschaft ab dem Finale überzeugender gestalten. Lukas Klönne und Marie-Sophie Beaumont waren in der Hoffnung angereist, bei ihrer ersten Teilnahme in der Hauptgruppe II einen der ersten zwei Plätze zu erreichen. Überglücklich nahmen sie die Medaillen für den Meistertitel entgegen, den sie sich mit einer klaren Majorität ertanzen konnten. „Und dann noch eine Medaille in der S-Klasse (kleiner Spoiler), wir sind total happy,“ strahlte Marie-Sophie. Alle drei Paare auf dem Siegerpodest durften sich über den Aufstieg freuen.
Hauptgruppe II A Standard

1. Lukas Klönne/Marie-Sophie Beaumont, Die Residenz Münster (5)
2. Alexander Funke/Patrizia Börger, TSA d. TSV Bocholt v. 1867/1896 (10)
3. Hilmar Schadrack/Johanna Gocht, TSG Quirinus Neuss (16)
4. Dominik Priebe/Anna Paszehr, Bielefelder TC Metropol (19)
5. Dr. Paul-Christian Bürkner/Saana Perälä, STC Düsseldorf (25)
6. Marcel Kleine-Boymann/Annika Wedekin, VTG Grün-Gold Recklinghausen (30)
Damit konnte die Hauptgruppe II S mit fünf Paaren in ihr Turnier starten. Im letzten Jahr musste diese Klasse mit der A mangels Tänzer zusammengelegt werden, in den drei Jahren davor fand sie überhaupt nicht statt. Und so war es für die wenigen Zuschauer ein Genuss zum Abschluss mit schönem Tanzen belohnt zu werden. Wobei sich klare Qualitätsunterschiede zwischen den S- und den A-Paaren zeigten. Nachdem zwei der Paare aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig aussteigen mussten, wurde das Finale mit drei Paaren zu Ende getanzt. Das Meisterpaar, Lukas Gandor/Natalie Pusch, konnten alle Bestwertungen für sich verbuchen, die Silbermedaillengewinner, Camillo und Eva Wigger Sulzer, mussten nur eine Zwei abgeben. Für Lukas und Natalie war es der erste Meistertitel in der S-Klasse, was für die beiden schon „etwas Besonderes“ ist. Beide Paare freuen sich schon darauf den TNW bei den Deutschen Meisterschaften im Oktober in Ludwigsburg vertreten zu dürfen.
Hauptgruppe II S Standard

1. Lukas Gandor/Natalie Pusch, TD Tanzsportclub Düsseldorf Rot-Weiß (5)
2. Camillo und Eva Wigger Sulzer, TSG Leverkusen (10)
3. Lukas Klönne/Marie-Sophie Beaumont, Die Residenz Münster (15)
4. Hilmar Schadrack/Johanna Gocht, TSG Quirinus Neuss (21,5)
5. Alexander Funke/Patrizia Börger, TSA d. TSV Bocholt v. 1867/1896 (23,5)
Alle Ergebniss sind hier zu finden.
Bericht: Robert Soencksen, Fotos: Peter Gabor